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Erinnerungsblättchen zu Bäuerin Krege herausgekommen

17. 02. 2020

Kein Bild ist überliefert, nicht einmal der Name – für eine Namenlose ein Erinnerungsblättchen? Zu Beginn der neuen Jahresreihe wird an das Schicksal der Bäuerin Krege erinnert, das im Jahre 1565 mit ihrem gewaltsamen Tod in Perleberg endete. Als vor drei Jahren das Reformations-Jubiläum gefeiert wurde, standen die gesellschaftlichen Verbesserungen im Mittelpunkt, die Luthers Thesenanschlag 1517 gleich einer Initialzündung bewirkte. Er erklärte Gott und die Bibel neu, in deutscher Schrift und Sprache, richtete den Blick auf den gnädigen, anstelle des strafenden Gott, stärkte u.a. die Rolle der Frauen und setzte sich für die Einrichtung von Jungfernschulen ein. Das lutherische Gedankengut war auch in Perleberg angekommen: 1539 führten die Perleberger die Reformation ein.

 

Dennoch fanden in der Prignitz bis 1686 weiter Hexenprozesse statt. Im neuen Erinnerungsblättchen wird das Schicksal einer Dorfbewohnerin aus Spiegelhagen vor 455 Jahren erzählt. Ihre hilfsbereite Art und offensichtliche Erfolge als Kräuterkundige schlugen um in Verfolgung und gebilligtem Mord auf dem Scheiterhaufen, geschehen auf dem Galgenberg bei Perleberg unter öffentlicher Beteiligung. Ihr Mann Merten Krege konnte sich diesem Unheil nicht entgegenstellen.

 

Es scheint heute leicht, die Hexenverfolgung vor fast 500 Jahren zu verurteilen, es erfüllt heute die Allermeisten mit Scham, was vor 80 Jahren als Holocaust, der Vernichtung der Juden und der jüdischen Kultur, passierte. Wären wir heute ebenso kritisch gegenüber den täglichen verletzenden Worten, den rücksichtslosen Handlungen und dem gleichgültigen Schweigen, was anderen Mitmenschen widerfährt, wäre die Welt ein Stück besser. Das hat sich der Spiegelhagener Bauer Merten Krege gewiss gewünscht.

 

Das Erinnerungsblättchen Nummer 70 ist ab sofort in der Stadtinformation, Großer Markt 12, kostenfrei erhältlich.


Text: Martina Hennies, Stadt Perleberg

 

Foto: Flyerausschnitt vom Erinnerungsblättchen Krege

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