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Internationaler Museumstag: Auf den Spuren der Hanse in der Rolandstadt Perleberg

23. 05. 2024

Auf dem Großen Markt vor dem Roland haben sich am Sonntagvormittag rund 30 Neugierige eingefunden. Sie wollen sich mit Karin Gram auf die Spuren der einstigen Hansestadt Perleberg begeben. Mit dieser Führung unter dem Motto „Perleberg und die Hanse“ wird der Internationale Museumstag eröffnet.

 

Museumsleiterin Anja Pöpplau ist zur Begrüßung der Gäste auf den Großen Markt gekommen. Sie erinnert an das Mittelalter, als die Rolandstadt zur Hanse gehörte. Dann übergibt sie an Karin Gram, aber nicht ohne die Besucher noch anschließend ins Stadt- und Regionalmuseum einzuladen: „Dort haben die Ehrenamtler das Museum für Sie herausgeputzt,  warten interessante Vorträge auf Sie.“

 

Karin Gram ist begeistert vom großen Interesse am Pfingstsonntag, sich einer Stadtführung anzuschließen. Sie macht zunächst einen Ausflug in die Entstehungsgeschichte der Prignitz und deren Hauptstadt Perleberg. „Die erste Schreibweise war Perlebergk“, erklärt Karin Gram. Am 29. Oktober 1239 bekam Perleberg das Stadtrecht verliehen. Damit verbunden war auch das Marktrecht.

 

Mit der Entstehung der Stadt entwickelte sich auch der Handel. Aus Perleberg wurden Stoffe, Tuche und Getreideprodukte nach Hamburg, Rostock, Wismar und in andere Städte verkauft.

 

Und immer wieder Holz. „Holz spielte stets eine wichtige Rolle“, weiß die Stadtführerin. „Perleberg hatte das Weiße Gold. Und damit ist nicht Salz gemeint, sondern Eichenholz. Das war eine Kostbarkeit schlechthin.“ Das Eichenholz der Prignitz war für den Schiffbau nötig. Und so war damals „Perleberger Eichenholz auf allen Weltmeeren zu finden“.

 

Eine Quelle von 1359 lässt Perleberg erstmals als Mitglied der „dudischen Hense“ zuordnen. Der mächtige Verbund der Fernkaufleute gründete sich 1358 für einen Boykott gegen Flandern. Perleberg war eine reiche Stadt geworden, dazu hatte nicht zuletzt die günstige verkehrsgeographische Lage an der Stepenitz beigetragen.

 

Für die Bewahrung des eigenen Seelenheils teilten die Kaufleute ihren Gewinn mit Bürgern, die in finanzielle Bedrängnis geraten sind. Sie gründeten Stiftungen, die ebenfalls die Bildung in den Städten förderten. 

 

Im Mittelalter war Perleberg die reichste Stadt der Prignitz und erlangte auch unter den Städten der Mark große Bedeutung als Zentrum politischen und wirtschaftlichen Geschehens der Region.

 

Deutlich wird das auch am Ensemble der Häuser auf dem Marktplatz. Mächtigen Geschäftsmännern, die Einfluss auf die politischen Geschicke der Stadt ausübten, war es vorbehalten, hier ihre repräsentativen Wohn- und Amtsstuben aus Backstein mit dem Giebel zum Platz zu errichten.

 

Und auch der Backstein kam aus Perleberg. Die Stadtziegelei wurde 1477 erstmals im Roten Buch schriftlich überliefert. Es kann davon ausgegangen werden, dass bereits im 12. Jahrhundert Ziegel vor Ort hergestellt wurden. Die mit Backstein errichteten Kirchen St. Jacobi und St. Nikolai werden urkundlich im Jahre 1294 erwähnt. Sie gehören neben der Stadtmauer zu den ältesten Backsteinbauten der Stadt. „Das Haus, in dem sich heute das Roland Café befindet, wurde auf den Grundmauern eines zuvor abgebrochenen mittelalterlichen Steinhauses errichtet.“, so die Stadtführerin. 

 

Und Perleberg erhielt noch ein Privileg. Das Privileg, einen Roland aufzustellen. Der Roland findet sich erstmal in den Ratsprotokollen der Stadt Perleberg aus dem Jahre 1498. Er war vermutlich aus Holz und nicht identisch mit dem heutigen, aus Sandstein gefertigtem Standbild, das die Jahreszahl 1546 trägt.

 

Er stand noch einen Meter mehr in Richtung Straße und musste aufgrund des zunehmenden Verkehrs 1953 versetzt werden. Ein Schüler habe damals in einem Aufsatz dazu geschrieben: „Der Roland ist verrückt geworden!“

 

Der Roland war das Symbol der Unabhängigkeit vom Landesherrn und für die Blutgerichtsbarkeit. „Das bedeutete, das Todesurteile, die hier verhängt wurden auch von der Stadt vollstreckt werden konnten“, sagt Karin Gram. Außerdem verkörpert das Standbild die Markt-, Stapel,- und Handelsrechte der Stadt.

 

Karin Gram erzählt bei der Führung noch viel über die Stadtentwicklung, den Bau des neuen Rathauses bis hin zum Schlossbau (das Wallgebäude).

 

Doch mit der Hanse war es nach 88 Jahren vorbei, Perleberg musste austreten, denn die Verluste haben den Gewinn überstiegen. „Zu viele Seeräuber und Raubritter waren unterwegs“, begründet die Stadtführerin diese Entwicklung. 

 

Leider können nicht mehr alle Orte besichtigt werden, denn ein Unwetter mit Starkregen zwingt die Stadtführung im Torbogen des einstigen Schlosses zu beenden.

 

Rund 95 Besucher nutzen die Angebote zum Internationalen Museumstag

Einige der Teilnehmer besuchen anschließend noch das Stadt- und Regionalmuseum. Hier erwarten Museumsleiterin Anja Pöpplau, ihr Team sowie die Ehrenamtler die Besucher. Sie haben einiges vorbereitet. 

 

Anja Pöpplau berichtet über die aktuellen Forschungen zum letzten erhaltenen, im Museum befindlichen Wandputzfragment aus der Grabkammer des „Königsgrabes“ Seddin. Landkreismitarbeiter Michael Kreutzer nutzt die Gelegenheit, die neusten Veranstaltungen rund um die „Zeitschätze Prignitz – die Zentralen Archäologischen Orte“ vorzustellen.

 

Seine Forschungsergebnisse über den in Perleberg geborenen James Broh stellt der Heimathistoriker Karl-Heinz Kaiser vor. Renate Gronewegen gewährt interessierten Besuchern Einblicke in die museumspädagogische Arbeit.

 

In der obersten Etage warten dann noch Roberto Bölter und Holger Pleß auf die Gäste. Sie haben eine Präsentation von kuriosen Geräten und Handwerkszeugen aus den Zeiten der Großeltern aufgebaut, laden zum Miträtseln ein.

 

Museumsleiterin Anja Pöpplau freut sich, dass sich trotz des Unwetters doch 95 Perleberger und ihre Gäste im Stadt- und Regionalmuseum und bei der Stadtführung eingefunden haben, um sich am Internationalen Museumstag im Museum umzusehen, um ihr Wissen über die Geschichte der Prignitz zu vertiefen.

 

 

Bild zur Meldung: Foto: Rolandstadt Perleberg | Am Perleberger Roland begann die Stadtführung, begaben sich die Teilnehmer auf die Spuren der Hanse.

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Fax: (03876) 781 180

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