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90 Jahre FF Spiegelhagen

03. 07. 2017

Auf 90 spannende Jahre kann die Freiwillige Feuerwehr Spiegelhagen in diesem Jahr zurückblicken.

Am 03.04.1927 gründete sich in dem Perleberger Ortsteil eine Freiwillige Feuerwehr. Erster Oberführer (heute Ortswehrführer) wurde Wilhelm Gerloff, sein Stellvertreter Karl Burow und der Kassierer Landwirt Otto Hacker.

 

Wie schnell man die Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr brauchen kann, merkte der stellvertretende Oberführer bereits im August 1927 selbst. Auf seinem Hof brannte eine durch Blitzschlag entzündete Scheune komplett nieder. Diese war bereits mit der Ernte des Sommers gefüllt. Viehstall und Nachbargebäude konnten aber durch die herbeigeeilten Wehren gehalten werden.

Ende des Jahres kam es wiederholt zu einem Scheunenbrand in Spiegelhagen. Drei Scheunen des Bauerngutsbesitzers Herr brannten ab. Das Vieh konnte, bis auf das Federvieh, gerettet werden.

 

Knapp ein Jahr nach der Gründung fand für die Spiegelhagener Kameraden eine Abnahmeprüfung durch den Vorsitzendes des Kreisfeuerwehrverbandes, den Kreisbrandmeister und den Ehrenvorsitzenden des Verbandes statt. Die Prüfung bestand aus einer Übung mit und ohne Geräte und einer Schlussangriffsübung unter Benutzung der neuen Spiegelhagener Motorspritze. Die Prüfer sprachen sich lobend über den Verlauf der Übung aus.

 

1929 bestanden die Kameraden 1. Brandmeister Gerloff, Brandmeister Burow und Oberfeuerwehrmann Springer mit Erfolg die Feuerwehrführer-Prüfung.

Ihre Fähigkeiten konnten sie im Juni 1930 unter Beweis stellen. Neben den Wehren aus Perleberg, Lübzow und Quitzow waren die Spiegelhagener Kameraden beim Brand in Neue Mühle eingesetzt. Nachdem bereits 1926 die Stadtmühle abbrannte, folgte nun die Neue Mühle mit einem verheerenden Brand. Das große Mühlengebäude und der Speicher mit Werkstatt wurden vollständig zerstört. Als die Wehren abends 09:30 Uhr alarmiert wurden, brannten die Gebäude bei Eintreffen der Feuerwehr bereits lichterloh. Die Löscharbeiten zogen sich mehrere Stunden hin.

 

Aber auch Spiegelhagen blieb ein heißes Pflaster. 1932 brannte wieder eine Scheune im Ort. Der Bauerngutsbesitzer Siebert verlor seine gesamten Erntevorräte durch diesen Brand. Vermutet wurde damals Brandstiftung als Brandursache.

Kurz nach Weihnachten 1939 brannte es beim Landwirt Freitag in Spiegelhagen. Ein Schuppen hatte Feuer gefangen. Der Brand breitete sich rasend schnell aus, so dass beim Eintreffen der Löschzüge bereits der angrenzende Stall und die Scheune in Flammen standen.

Durch die große Entfernung zur Wasserentnahmestelle gestalteten sich die Löscharbeiten äußerst schwierig, so dass auch das Wohnhaus in großer Gefahr war. Durch den Einsatz der neuen Großmotorspritze aus Perleberg konnte diese Gefahr aber gebannt werden. Der für das Feuer verantwortliche Brandstifter wurde gefasst.

 

In den Kriegsjahren und danach ruhte die Feuerwehrarbeit auch in Spiegelhagen mehr oder weniger. Die Männer standen im Feld oder waren nach dem Krieg noch nicht aus der Gefangenschaft zurück.

Zurückmeldeten sich die Kameraden dann Anfang der Fünfziger Jahre. Bei Wettkämpfen waren sie aktiv dabei. Bis heute können die Kameraden auf zahlreiche erfolgreich absolvierte Wettkämpfe zurückblicken. So belegten sie unter anderem 1995 beim Stadtausscheid in Groß Buchholz den ersten Platz.

 

1961 gab es im damaligen Kreis Perleberg 118 Freiwillige Feuerwehren mit zweieinhalbtausend Mitgliedern. Die Freiwillige Feuerwehr Spiegelhagen wurde 1963 mit einem Tragkraftspritzenanhänger (TSA) ausgerüstet. Dieser tat in der Wehr bis nach der Wende seinen Dienst. Um den TSA zum Einsatzort zu bewegen, musste ein Traktor vorgespannt werden. Die Einsatzkräfte folgten mit weiteren Fahrzeugen oder zu Fuß.

 

Durch Selbstentzündung von falsch gelagertem Düngemittel kam es im Mai 1967 zu einem Scheunenbrand in Spiegelhagen. Die Scheune war nicht mehr zu retten, die schwarzen Rauchwolken weithin zu sehen. Es entstand ein Schaden von 20.000 Mark Deutscher Notenbank (MDN). Die Nachbargebäude auf dem Grundstück konnten durch die Feuerwehren gehalten werden.

 

1986 übernahm der heutige Ortswehrführer Holger Schelle sein Amt. Im letzten Jahr konnte er bereits auf dreißig Jahre Wehrführertätigkeit in Spiegelhagenzurückblicken. Nicht immer einfach waren die Zeiten, aber der Zusammenhalt war immer gegeben.

Bereitgestellte finanzielle Mittel ermöglichten es 1988, dass im Ort ein Löschteich geschaffen wurde. Die Kreisdirektion stellte dafür den Platz zur Verfügung.  Mit viel Fleiß und Einsatzfreude waren die Kameraden an Abenden und Wochenenden dabei den Löschteich fertig zu stellen.

 

1990 errangen die Spiegelhagener Kameraden sportlich, fair und mit viel Spaß beim 34. Kreisfeuerwehrtag in Karstädt den ersten Platz.

Anlass für ein „Riesenfest“ bot dann das 65jährige Jubiläum der Wehr 1992.

Neben einem Auftritt der historischen Feuerwehr aus Putlitz fand der Bereichsausscheid des Wirkungsbereiches Perleberg statt. In ungezwungener Atmosphäre wurden sieben Einzeldisziplinen absolviert. Da ging es um Gummstiefelweitwurf oder Wasser holen mit der Schubkarre. Ganz klassisch wurde aber auch in der Disziplin Löschangriff gestartet.

 

Das erste werksneue Feuerwehrfahrzeug im Landkreis nach der Wende erhielten die Spiegelhagener Kameraden. 1993 konnten sie ein VW Tragkraftspritzenfahrzeug ihr eigen nennen, das 6 Mann Platz bot und die Technik mit an Bord hatte. Nun fehlte es aber noch an einer Unterstellmöglichkeit, denn das alte Gerätehaus gab das nicht mehr her. Erst 1994 begannen die Bauarbeiten am heutigen Gerätehaus. Zahlreiche Stunden in Eigenleistung absolvierten die Kameraden zur Gestaltung der einzelnen Räume. Lange zogen sich die Bauphasen hin. Erst im Juni 2006 nach 11 Jahren Bauzeit konnte das Gerätehaus komplett übergeben werden.

Die Ausrüstung mit Funkmeldeempfängern war eine weitere Verbesserung. Nun konnten die Kameraden standortunabhängig alarmiert werden.

 

Im neuen Gerätehaus waren zwei Stellplätze geschaffen worden und so war es nur eine logische Entscheidung, dass der durch Fördermittel bereitgestellte Schlauchwagen des Landkreises hier stationiert wurde. Zum einen hatte das neugebaute Gerätehaus die normgerechte Ausstattung dafür, zum anderen sprach die Nähe zu zwei Bundesstraßen und die Lage in der Mitte des Kreises für Spiegelhagen.

1995 beim Waldbrand in Kunow wurden die Kameraden mit diesem Fahrzeug dann gefordert. Hier standen mehrere Hektar Kiefernschonung in Flammen.

 

Das 70jährige Jubiläum vor 20 Jahren nahmen die Spielhagener Kameraden zum Anlass eine Jugendfeuerwehr zu gründen. Kinder gab es genug im Ort, Interesse hatten sie auch, los ging es. Engagierte Kameraden brachten sich in die Jugendarbeit ein, zogen Nachwuchs für die eigenen Reihen.

Heute sieht das leider anders aus. Die Jugendfeuerwehr gibt es nicht mehr. Keine Kinder mehr im Dorf, die da mitmachen könnten. Eine Sache, die den Kameraden schwer im Magen liegt, denn auch sie werden nicht jünger.

 

Zahlreicher, umfangreicher vom Arbeitsaufkommen und unterschiedlicher wurden die Einsätze in den vergangenen Jahren. Da reichte die Einsatzpalette vom Eis auf der Stepenitz, das die Altstadt mit Hochwasser bedrohte, über den schweren Verkehrsunfall auf der B 189 (heute alt), bei dem vier Jugendliche sterben, bis hin zu zahlreichen Bänden, wie zum Beispiel den Brand des Einkaufsmarktes in der Hamburger Straße 1999.

 

Um diese wertvolle ehrenamtliche Arbeit zu unterstützen, wurde in Spiegelhagen 2001 ein Förderverein gegründet. Er springt da ein, wo die Mittel der Stadt Perleberg es nicht hergeben, die Wünsche der Kameraden zu erfüllen.

So wurde über den Förderverein eine Feuerwehrfahne für die Wehr angeschafft, die im Oktober 2009 im Beisein anderer Fahnenkommandos feierlich geweiht wurde.

 

Elbehochwasser, Granatenentschärfung, Brände und zahlreiche technische Hilfeleistungen wie der Verkehrsunfall eines Rettungswagen auf der B 5 bei Karstädt forderten und fordern immer wieder den Einsatz der Kameraden der FF Spiegelhagen.

2017 war bisher ein ruhiges Jahr mit wenigen Einsätzen.

 

Ruhig soll es bei den Feierlichkeiten zum 70jährigen Bestehen so gar nicht sein.

Drei tolle Tage wollen die Kameraden mit den Spiegelhagenern, befreundeten Wehren und Gästen feiern.

Während es am Freitag, 14. Juli zunächst eine Festveranstaltung mit geladenen Gästen geben wird, sind am Samstag, 15. Juli alle herzlich nach Spiegelhagen eingeladen.

Der Festumzug durch das Dorf startet um 11:30 Uhr. Anschließend gibt es ein gemeinsames Mittagessen. Der Nachmittag ist angefüllt mit Vorführungen, Spiel und Spaß für die ganze Familie, bevor am Abend ab 20 Uhr das Tanzbein im Festzelt geschwungen werden kann.

Am Sonntag wollen die Kameraden die Festlichkeiten dann mit einem Frühschoppen ab 10:30 Uhr am Gerätehaus ausklingen lassen.

 

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