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Erinnerungsblättchen für Dr. Elisabeth Walther

08. 06. 2018

Erste Prignitzerin mit Staatsexamen

Längst sind die Schülerinnen des Pädagogen, Studienrates, Publizisten und Rektors der Perleberger Mädchenschule, Paul Pachaly, nicht mehr da. An der einstigen Mädchenschule lernen heute andere Kinder, doch es ist in diesem Jahr eine Meldung wert, die an den 150. Geburtstag ihres einstigen Schulrektors (geb. 27.2.1868) erinnert. Seine Tochter Elisabeth erblickte am 26.4.1901 in Perleberg das Licht der Welt. Für sie ist ein neues Erinnerungsblättchen aus Anlass ihres 45. Todestages geschrieben worden, weil sie vor knapp einem Jahrhundert als eine der ersten Frauen aus der Prignitz ein Medizinstudium erfolgreich absolvierte. Die Anregung dafür kam von zwei Perleberger Bürgerinnen, welche die Ärztin noch kannten. Mit ihrer Hilfe wurden die Familienumstände und die berufliche Entwicklung von Elisabeth Pachaly nachgeforscht.

 

Das Mädchen hatte eine besondere Auffassungsgabe, lernte fleißig am Perleberger Lyceum und interessierte sich für Medizin, damals eine absolute Männerdomäne. Das Ungewöhnliche gelang: Am 18.5.1925 bestand sie als erste Medizinstudentin aus der Prignitz ihr Staatexamen. Ihr Vater war in der Weimarer Republik als Perleberger Schuldirektor entlassen worden. Man kann sich vorstellen, wie bitter dieser tiefe Fall in der Familie verarbeitet worden sein muss, die sich schließlich im ostpreußischen Kreis Ragnit in Tilsit neu ansiedelte. Dort praktizierte auch Dr. Elisabeth Walter, wie sie inzwischen hieß, in ihrer Anfangszeit. Durch die Kriegswirren kam die inzwischen 43jährige mit ihrem Ehemann nach Perleberg mit der Absicht zurück, in ihrem Elternhaus am Ziegelhof 3 zu praktizieren. Aber Schwierigkeiten türmten sich auf. Da ihr Mann Pfarrer war, konnte das Ehepaar in Quitzow wohnen, wo er als Pfarrer tätig wurde. Nachdem Elisabeth dann einige Zeit in Wittenberge als Ärztin arbeiten durfte, gelang es ihr, in ihrem Perleberger Elternhaus eine Praxis für Allgemeinmedizin zu eröffnen, in der sie bis zu ihrem Tode am 9.6.1973 praktizierte. Ihr besonderes Engagement für ihre Patienten ist einigen Perlebergern noch heute, nach fünf Jahrzehnten, in Erinnerung. Was könnte ein Mensch Schöneres hinterlassen als Anerkennung und gute Taten.

 

Die Rückseite des Erinnerungsblättchens enthält die Geschichte des Jugendstil-Fleischerladens in der Poststraße 1, welcher fast zur selben Zeit entstand, als Elisabeth geboren wurde. Sie wird den Laden in Kindertagen kennengelernt haben und sicher bewundert haben. Da er unter Denkmalschutz steht, kann er auch heute noch als Ausdruck einer neuen Auffassung von Warenpräsentation, Hygiene und Ladendekor des beginnenden 20. Jahrhunderts betrachtet werden. Vergleichbare Ladeneinrichtungen gibt es kaum noch, so in Erfurt, Görlitz, Dresden und St. Tropez.

 

Das Blättchen ist in der Stadtinformation Perleberg, Großer Markt 12, erhältlich.


Text: Martina Hennies, Stadt Perleberg

 
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