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Ausstellungseröffnung "Sagenhafte Steinkreuze"

Perleberg, den 27. 09. 2016

Neue Sonderausstellung im Stadt- und Regionalmuseum Perleberg vom 1. Oktober bis 27. November 2016


Ausstellungseröffnung am Freitag, den 30. September 2016 um 18.00 Uhr
"Sagenhafte Steinkreuze. Steinkreuze und Kreuzsteine als Rechtsdenkmale in Brandenburg "

 

Am Freitag, 30. September 2016 eröffnet das Stadt- und Regionalmuseum Perleberg die nächste Sonderausstellung – eine Wanderausstellung des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums, die bis zum 27. November gezeigt wird.

 

Unter dem Titel „Sagenhafte Steinkreuze“ werden die Steinkreuze und Kreuzsteine des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit als herausragende Rechtsdenkmale in Brandenburg thematisiert.

 

Etwa 70 Steinkreuze – mal imposant, mal unscheinbar – haben sich bis heute im Land Brandenburg erhalten. Sie zählen zu den ältesten tradierten Flurdenkmalen. Die meisten dieser Kreuze finden sich im Süden, in der Lausitz, und zwar auf dem vormals sächsischem Territorium, das erst 1815 zu Brandenburg kam.

 

Es handelt sich um Gedenk- und Sühnekreuze, die aus dem 14.-17. Jahrhundert stammen. Sie erinnern an Menschen, die Opfer eines Tötungsverbrechens oder eines tödlichen Unfalls geworden sind. Bis weit in die Neuzeit hinein war es im Einflussbereich des „Sachsenspiegels“ und des „Magdeburger Rechts“ üblich, den durch einen Totschlag begangenen Bruch des Rechtsfriedens mit „Sühneverträgen“, die dem heutigen zivilrechtlichen Schadensersatz näher stehen, als dem modernen Strafrecht, wiederherzustellen. Regelmäßige Bestandteile dieser Sühneverträge waren Entschädigungszahlungen an die Erben des Getöteten, das Bestellen von Seelenmessen und das Setzen von Steinkreuzen, zumeist am Ort der Tat.

 

In der Prignitz findet sich kein Steinkreuz mehr, doch berichten die Quellen über ein Sühnekreuz, welches ein Perleberger Totschläger zu errichten verpflichtet war, sowie über frühere Steinkreuze in Dranse und Wittstock.

 

Ganz anders der Befund in der benachbarten Altmark. Bei Rittleben wurde noch Ende des 17. Jahrhunderts ein Sandsteinkreuz für einen 1693 getöteten gräflich-schulenburgischen Jäger errichtet. Der Täter, vermutlich ein Wilderer, wurde, so die Inschrift, in Braunschweig enthauptet und aufs Rad geflochten. Auf dem Friedhof der Gemeinde Berge südlich von Werben befinden sich sogar zwei Sandsteinkreuze in unmittelbarer Nachbarschaft.

 

Der Fotograf der Bodendenkmalpflege Detlef Sommer dokumentierte über Jahre hinweg den Formenreichtum sowie den Erhaltungszustand der Steinkreuze Brandenburgs. Ergänzt werden seine Fotografien durch historische schwarz-weiß Aufnahmen. Neben einem umfassenden Überblick zum historischen Kontext der Steinkreuze werden auch die überlieferten Sagen zu diesen Steinkreuzen thematisiert. Zudem werden zwei der 70 Brandenburger Steinkreuze in der Ausstellung gezeigt.

 

Erfahren Sie im Stadt- und Regionalmuseum Perleberg, welche Geschichten die Steinkreuze und Kreuzsteine preisgeben und wo sie in Brandenburg zu finden sind!

 

Bild zur Meldung: Foto: Stadt- und Regionalmuseum Perleberg, 2016

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