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Kranzniederlegung für die Opfer von Krieg und Gewalt

Perleberg, den 08. 04. 2016

Am 08. Mai 1945 endete der am 1. September 1939 eröffnete Zweite Weltkrieg in Europa, an dem 60 Staaten beteiligt waren und in dessen Ergebnis 60 bis 70 Millionen Tote zu beklagen waren. Nicht Kapitulation und Niederlage, sondern Befreiung von Krieg und NS-Diktatur ist seit der Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard Weizsäcker im Jahr 1985 Grundtenor der Erinnerungskultur.

 

 

Krieg, Tote, Verlust von Heimat und geistigen wie materiellen Werten sowie Menschenverachtung sind noch immer aktuell. Auch in Europa.

 

 

Gemeinsam wollen wir am 08. Mai 2016 um 11:00 Uhr auf der Kriegsgräberstätte (Grahlplatz) in der Wittenberger Straße in Perleberg einen Kranz für die Opfer von Krieg und Gewalt niederlegen.

 

 

Die Gedenkrede hält der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Herr Frank Döring.

 

 

Alle Bürgerinnen und Bürger sowie Schulen, Vereine und Unternehmen sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.

 

 

gez. Annett Jura                  gez. Frank Döring    

Bürgermeisterin                   Vorsitzender der

                                     Stadtverordnetenversammlung

 

Bild zur Meldung: Foto Stadt Perleberg, 2015

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"Nie wieder Krieg" | Kranzniederlegung am Perleberger Grahlplatz (08. 05. 2015)

Auszug aus der Rede der Bürgermeisterin Annett Jura

zum 70. Jahrestag der Befreiung

am 08.05.2015, Kriegsgräberstätte Wittenberger Straße in Perleberg


 

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

 

aus Anlass des 70. Jahrestages der Befreiung von Krieg und Gewalt, gedenken wir heute der Männer, Frauen und Kinder aus nahezu allen Ländern Europas, die gequält und um ihr Leben gebracht wurden. Wir gedenken im Besonderen auch allen sowjetischen Soldaten, die an diesem Ort umgekommen sind.

 

Heute vor 70 Jahren ging mit der bedingungslosen Kapitulation der Zweite Weltkrieg zu Ende. Mit diesem Tag endete das sogenannte Dritte Reich und mit ihm ein Krieg, welcher in unvorstellbarerer Weise Opfer forderte und damit Leiden schaffte, die noch heute zu spüren sind.

 

Mit dem Begriff Befreiung verbinden wir den Gedanken der Hoffnung, des Überlebens, des Neubeginns. Für viele Befreite galt dies 1945 aber nicht. Zu geschwächt von den Umständen der Gefangenschaft erlagen nach der Befreiung noch Tausende Krankheit und extremer Unterernährung.

 

Diejenigen, welche den Krieg überlebt hatten, stellten sich die Frage: Was nun? Was anfangen mit der neu gewonnenen Freiheit?

Fast jeder hatte ein oder mehrere Familienmitglieder verloren, ob Mutter oder Vater, Bruder oder geliebte Schwester, Großmutter und Großvater. Nicht wenige standen plötzlich ganz allein da.

 

Für die einen bedeutete das Kriegsende zunächst Gefangenschaft, andere machten sich auf den Weg in die Heimat oder auf die Suche nach Familienangehörigen.

 

So unterschiedlich die Lebensgeschichten der Überlebenden auch sind, eines haben sie gemeinsam:

Mit dem Kriegsende erfuhr jede Lebensgeschichte eine Wendung: Ein Leben in Freiheit begann.

 

Gleichwohl ist der 8. Mai ist kein Feiertag und auch kein Tag zum Feiern. Er ist, wie es Richard von Weizsäcker 1985 in seiner Gedenkrede zum 08. Mai betonte, ein Tag der Erinnerung.

 

Darum gedenken auch wir heute aller Toten des Krieges und der Gewaltherrschaft. Wir gedenken insbesondere der 6 Millionen Juden, die in deutschen Konzentrationslagern ihr Leben verloren. Und wir gedenken allen Völkern, die im Krieg Unmenschliches erleiden mussten. [...]

 

Wenn wir heute der Opfer gedenken, dann sollte dies Anlass sein, uns die Wundmale in Erinnerung zu rufen, die Überlebende mit sich trugen und die nie wirklich verheilten.

 

Der 8. Mai markiert auch den Beginn einer neuen Politik in den internationalen Beziehungen. Das gemeinsame Handeln aller Gegner des Naziregimes schuf die Grundlage für die Gründung der Vereinten Nationen die Fixierung von Völkerrechten als Basis für Verfolgung und Verurteilung der Kriegsverbrecher.

 

Die Losung hieß „Nie wieder"!

 

Nie wieder Faschismus!

Nie wieder Fremdenfeindlichkeit!

Nie wieder Rassismus und Antisemitismus!

Nie wieder Krieg und Terrorismus!

Nie wieder Neofaschismus und extreme Rechte!

Nie wieder Krieg!

 

Diese Worte sind heute aktueller denn je. [...]

 

Dieser Tage habe ich mich gefragt:

Wo hätte ich wohl damals gestanden? Hätte ich zu jenen gehört, die mutig Widerstand leisteten? Hätte ich zur schweigenden Mehrheit gehört oder Adolf Hitler gar zugejubelt.

 

Ich weiß nicht, ob ich den Mut zum Widerstand gehabt hätte. Ich wünsche mir aber, ich hätte zu jenen gezählt, die Widerstand geleistet haben, Verfolgten Unterschlupf gewährten oder auf andere Art und Weise dem Nationalsozialismus entgegen getreten sind.

 

Ich gehöre einer Generation an, welche die Erinnerungen an den zweiten Weltkrieg aus Geschichtsbüchern, Filmen oder Erzählungen der Großeltern kennt. Mit dem Wissen um dieses Kapitel deutscher Geschichte setze ich mich – nicht nur als Bürgermeisterin, sondern vor allem als Vertreterin der Nachkriegsgeneration - dafür ein, dass in Perleberg eine Kultur des Gedenkens und eine Willkommenskultur mit Toleranz und Vielefalt gelebt wird. [...]

 

Im Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt und für den Wunsch der Menschen – nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg und Gewalt – legen wir, im Rahmen einer Schweigeminute, den Gedenkkranz nieder.

 


 

Alle Fotos: Stadt Perleberg, 2015

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