Aktion "Putzen der Stolpersteine" (09. 11. 2019)

Eine gemeinsame Aktion der Stadt Perleberg, des Gottfried-Arnold-Gymnasiums, des Bundes der Antifaschisten, der Evangelischen Kirchengemeinde St. Jacobi und allen Bürgern, die keinen Hass wollen und denen die Achtung vor den Mitmenschen, den Religionen und dem friedlichen Zusammenleben zum Demokratieverständnis gehören.

 

Herausgeber: Prignitz Online TV, veröffentlicht am 06.12.2019


Hintergrundinformationen

In ganz Deutschland brannten am 9.11.1938 Synagogen. Zeitgleich wurden jüdische Bürger in ihren Wohnungen überfallen, gedemütigt, misshandelt und beraubt. Die Geschäfte und Warenhäuser jüdischer Inhaber wurden zerstört und geplündert. In den Tagen danach wurden Juden und Jüdinnen abgeholt und in KZs verschleppt.

 

Auch in Perleberg fand am 9.11.1938 um 14 Uhr eine Kundgebung statt, während der der NSDAP-Ortsgruppenleiter mit einer Hetzrede dazu aufrief, Perleberg zu einer „judenfreien Stadt“ zu machen. Anschließend wurden Malwine Sternberg, Margarete Franke, die Familien von Adolf Lewandowski und Marcus Lang in ihren Wohnungen von SA und Mitläufern überfallen und misshandelt. Die Wohnungseinrichtungen wurden von Schlägertrupps zerstört. Fast alle jüdischen Opfer dieses Pogroms und der folgenden Vernichtungswellen verloren wenig später auf Deportationen und in KZs ihr Leben.

 

Seit 2009 erinnern Stolpersteine in Perleberg an die jüdischen Opfer dieses von den Nationalsozialisten initiierten Überfalls auf Bürger jüdischer Religion.

Begrüßung der Anwesenden durch Bürgermeisterin Annett Jura.
Schülerinnen des Gottfried-Arnold-Gymnasiums lasen für Malwine Sternberg...
…, zündeten eine Kerze an und legten Rosen zum Gedenken am Großen Markt 11 ab.
Pfarrer Valentin Kwaschik umrahmte die Beiträge an den Gedenkorten musikalisch.
Schülerinnen des Gottfried-Arnold-Gymnasiums lasen in der Parchimer Straße 17 Gedichte...
… und zündeten für Margarete Franke ein Kerze an.
Akteure und Zuhörer gingen zum 3 Stolperstein: An der Mauer 7.
Auch hier gab es zur Einstimmung einen musikalischen Beitrag.
Anschließend putzten Schülerin andächtig den Gedenkstein von Adolf Lewandowski...
… und legten auch hier Blumen nieder.
Am Stoperstein von Markus Lang, Am Hohen Ende 4, las Franziska Mäcker ein weiteres Gedicht.
Auch hier wurde der Stein gesäubert, eine Kerze angezündet und weiße Rosen zum Gedenken niedergelegt.
 

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